Wachtelküken – Vom Brutei bis zur Jungwachtel Teil 5

Die dritte bis fünfte Woche – Aus Küken werden Jungwachteln

Wachtelküken – Vom Brutei bis zur Jungwachtel Teil 5

In der dritten bis fünften Lebenswoche machen Wachteln ihre letzten großen Entwicklungsschritte. Das flauschige Küken verschwindet immer mehr und aus den kleinen Federbällen werden richtige Jungwachteln.

Jetzt verändern sich nicht nur Aussehen und Verhalten – auch die Haltung muss langsam an die Bedürfnisse der erwachsenen Tiere angepasst werden.

Das Jugendgefieder ist fast vollständig
Mit etwa vier bis fünf Wochen sind die meisten Jungwachteln nahezu vollständig befiedert. Nur vereinzelt wachsen noch die letzten Federn nach. Jetzt sehen sie den ausgewachsenen Wachteln bereits sehr ähnlich.

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Bei vielen Farbschlägen lässt sich nun auch das Geschlecht erkennen. Vor allem wildfarbene und goldsprenkel Wachteln zeigen bereits deutliche Unterschiede zwischen Hahn und Henne.
Da dieses Thema etwas umfangreicher ist, widmen wir uns der Geschlechtsbestimmung ausführlich im nächsten Teil der Serie.

Jetzt wird es Zeit, die Hähne zu beobachten
Ab der vierten Lebenswoche verändert sich das Verhalten vieler Hähne deutlich. Die ersten beginnen zu krähen und kleinere Rangeleien gehören jetzt zum Alltag. Das ist völlig normal und Teil der natürlichen Rangordnung.

Spätestens jetzt solltest du deine Tiere regelmäßig beobachten. Wer mehrere Hähne behalten möchte, sollte sich frühzeitig Gedanken über eine spätere Trennung machen.

Das erste Sandbad
Allerspätestens jetzt ist der Zeitpunkt, den Jungwachteln ein Sandbad anzubieten.
Wachteln lieben es, sich im Sand zu baden. Dabei reinigen sie ihr Gefieder auf natürliche Weise und pflegen ihre Haut.

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Verwende dafür einen feinen, trockenen Sand und eine flache Schale, die groß genug ist, damit mehrere Tiere gleichzeitig baden können. Ein Sandbad gehört zur artgerechten Wachtelhaltung einfach dazu.

💡 Züchtertipp:
Da Wachteln es lieben im Sand zu baden, zu picken und zu scharren, kannst du ihn eine Freude machen, indem du getrocknete Kräuter in das Sand Bad streust. Ich verwende dafür gern Lavendel, Oregano und Anis. Auch klein gemahlene Eier- oder Muschelschalen eignet sich als Zugabe. Diese werden von den Wachteln ab und an gefressen und tragen zu einem gesunden Ernährung bei.

Die Rangordnung entwickelt sich
Mit zunehmendem Alter beginnen die Jungwachteln ihre Rangordnung festzulegen. Kleine Verfolgungsjagden, imponierendes Verhalten oder kurze Rangeleien sind in dieser Phase völlig normal.

Erst wenn einzelne Tiere dauerhaft gejagt oder verletzt werden, solltest du eingreifen.
Eine gut strukturierte Voliere mit vielen Rückzugsmöglichkeiten hilft dabei, Streit deutlich zu reduzieren.

Den späteren Stall vorbereiten
Falls deine Wachteln später in eine größere Voliere oder einen Außenstall umziehen sollen, kannst du sie jetzt bereits langsam daran gewöhnen. Besonders wichtig sind:
* viele Verstecke
* natürliche Äste, Büsche oder Tannenzweige
* verschiedene Sichtschutzbereiche

Je abwechslungsreicher das Gehege gestaltet ist, desto entspannter verhalten sich die Tiere. Denn wie auch unter Menschen gibt es auch bei Wachteln natürlich individuellen, die sich nicht unbedingt leiden können. Je besser sie sich in dem Gehege aus dem Weg gehen können, desto friedlicher wird deine Gruppe sein.

Jetzt wird das Futter umgestellt
Ab der fünften Lebenswoche endet langsam die intensive Wachstumsphase. Jetzt kannst du schrittweise vom proteinreichen Kükenstarter auf ein hochwertiges Legefutter umstellen. Beim Legefutter solltest du darauf achten, dass es nur etwa 20 % Rohprotein enthält. Wichtig für Wachteln ist auch, dass das Legefutter circa 5 % Kalzium beinhaltet, welches wichtig für die Bildung der Eierschale ist.

Die Umstellung sollte nicht von heute auf morgen erfolgen. Mische das neue Futter über mehrere Tage unter das bisherige Starterfutter. So können sich die Tiere problemlos daran gewöhnen.

Wann dürfen die Wachteln endgültig nach draußen?
Viele Halter stellen sich jetzt dieselbe Frage: Wann dürfen meine Jungwachteln dauerhaft in den Außenstall umziehen? Die Antwort hängt unter anderem von Alter, Witterung und Jahreszeit ab.
Da dieses Thema einige wichtige Besonderheiten enthält, behandeln wir den Umzug in den Außenstall ausführlich im Teil 7 dieser Serie.

Fazit
Zwischen der dritten und fünften Lebenswoche werden aus Küken selbstständige Jungwachteln. Das Gefieder ist nahezu vollständig entwickelt, die Rangordnung bildet sich und die ersten Hähne machen bereits auf sich aufmerksam.

Mit genügend Platz, vielen Verstecken, einem Sandbad und der passenden Futterumstellung schaffst du jetzt die besten Voraussetzungen für gesunde und ausgeglichene Tiere.
Im nächsten Teil der Serie erfährst du, wie du Hähne und Hennen sicher unterscheidest und warum eine rechtzeitige Trennung so wichtig ist.

Serienübersicht
1. Wachtel-Bruteier richtig ausbrüten – Die komplette Anleitung bis zum Schlupf
2. Der Schlupf der Wachtelküken – Die letzten drei Tage und was jetzt wichtig ist
3. Die ersten sieben Tage mit Wachtelküken – Der Grundstein für gesunde Tiere
4. Die zweite Lebenswoche – Jetzt werden deine Wachtelküken richtig aktiv
5. Die dritte bis fünfte Woche – Aus Küken werden Jungwachteln
6. Hahn oder Henne? Geschlecht bei Wachteln sicher erkennen und rechtzeitig trennen
7. Wann dürfen Wachteln nach draußen? Der richtige Zeitpunkt für den Umzug
8. Aus Jungwachteln werden Legewachteln – Was sich ab der 6. Lebenswoche verändert